Die Wahrheit über Maltit

Der Trend zur Zuckerreduktion ist deutlich spürbar. Immer mehr Produkte „ohne Zucker“ drängen auf den Markt. Was sich im ersten Moment gut anhört, hat leider auch eine Kehrseite. Nicht alle Zuckeralternativen sind gleich. Viele enthalten trotzdem Kalorien und wirken dem entsprechend auch auf den Blutzucker.

Was ist Maltit?

Maltit (auch Maltitol) ist ein Zuckeralkohol. Zuckeralkohole sind eine Art von Kohlenhydrat, die teilweise an Alkohol und teilweise an Zucker erinnern. Zuckeralkohole kommen natürlicherweise in einigen Pflanzen und Früchten vor. Für die Lebensmittelindustrie werden Zuckeralkohole durch bakterielle Fermentation von Stärke gewonnen.

Lebensmittel in denen Zuckeralkohole als Zuckerersatz verwendet werden, müssen dies durch Kennzeichnung innerhalb der Nährwerttabelle angeben. Dort steht dann unterhalb der Kohlenhydrate „davon Polyole“. Zuckeralkohole dürfen, entsprechender der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung, NICHT von den Gesamt-Kohlenhydraten abgezogen werden. Zuckeralkohole wie Maltit, Sorbit, Erythrit und Xylit werden üblicherweise in „zuckerfreien“ oder „low-carb“ Produkten verwendet, da sie geschmacklich, von der Struktur und von ihren Eigenschaften im Lebensmittel selbst sehr stark an Zucker erinnern.

Zuckerfrei bedeutet nicht automatisch low-carb

Produkte in denen Maltit oder andere Zuckeralkohole verwendet werden, dürfen „zuckerfrei“ oder „ohne Zuckerzusatz“ auf die Verpackung schreiben, obwohl die meisten Zuckeralkohole auch den Blutzuckerspiegel beeinflussen und Kalorien liefern. Viele Hersteller behaupten, dass Maltit nur „einen Bruchteil der Kalorien“ von Zucker hätte und kaum Einfluss auf den Blutzucker zeigen würde. Diese Aussagen sind nicht korrekt.

 

Maltit hat 70% der Kalorien von Zucker und beeinflusst den Blutzuckerspiegel

 

Maltit vs. Zucker

MaltitZucker
  • 2-3 Kalorien pro Gramm
  • Glykämischer Index 52 als Sirup, 35 als Pulver
  • 75% der Süßkraft von Zucker
  • 4 Kalorien pro Gramm
  • Glykämischer Index 60
  • 100% Süßkraft

 

Maltit ist, genauso wie Haushaltszucker, ein Kohlenhydrat. Kleine Unterschiede in den Verbindungen zwischen den Zuckermolekülen führen dazu, dass nicht alle Kalorien aus Maltit aufgenommen werden können. Doch Vorsicht!  Immerhin noch 2/3 der Kalorien aus Maltit können sehr wohl aufgenommen und auch genutzt werden.

Glykämischer Index verschiedener Zuckeralkohole und Zucker im Vergleich.

Durchfall und Blähungen

Ein Nebeneffekt von Zuckeralkoholen sind Blähungen, Darmkrämpfe und Durchfall. Auch hinsichtlich dieser Nebeneffekte sind nicht alle Zuckeralkohole gleich. Maltit, Sorbit und Xylit sind für die meisten Menchen problematischer, als Erythrit.

Alternativen

Es gibt zahlreiche Zuckeralternativen auf dem Markt, und jede hat ihre Vor- und auch Nachteile. Rein auf die Zuckeralkohole bezogen, ist Erythrit die beste Alternative. Es liefert keine Kalorien, wirkt nicht auf den Blutzucker und ist auch am besten Verträglich. Da es nur 70% der Süßkraft von Zucker besitzt, wird es oft mit Stevia oder einem anderen Süßstoff kombiniert.

Referenzen

Grembecka, Małgorzata. „Sugar alcohols—their role in the modern world of sweeteners: a review.“ European Food Research and Technology 241.1 (2015): 1-14.

Bildquellen:

  • chocolate-bars-and-measuring-tape-PBNPNCR: By gcpics | © licensed via Envato

1 Kommentar zu „Die Wahrheit über Maltit“

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