Warum weniger Kohlenhydrate beim Abnehmen helfen

Abnehmen

 

Die Frage ist natürlich berechtigt, warum gerade bei den Kohlenhydraten sparen. Hat Fett nicht viel mehr Kalorien und sind Kohlenhydrate nicht die wichtigste Energiequelle für unser Gehirn? Diesen und noch mehr Ernährungsmythen werden wir gleich auf den Grund gehen.

Alle Arten von Kohlenhydraten sind im wesentlich mehr oder weniger Komplexe Formen von Zucker. Werden Kohlenhydrate verdaut, dann werden sie wieder in ihre kleinste Einheit, die Einfachzucker, zerlegt. Nur so können sie durch die Darmbarriere ins Blut aufgenommen werden. Wenn der Zucker ins Blut gelangt, dann kann man das messen. Um den Zucker aus dem Blut in die Zellen schleusen zu können benötigen wir das Hormon Insulin[1].

Da, zu viel Blutzucker für uns schädlich ist, schüttet der Körper das Hormon Insulin aus, das allen Zellen sagt: Zucker verwenden und Fettfreisetzung („Verbrennung“) stoppen, bis der Zucker wieder normal ist. In diesem Zustand kommt unser Körper also nicht an die Fettreserven und nutzt den Zucker im Blut als Energiequelle.

Schüttet der Körper etwas zu viel Insulin aus, dann sinkt der Blutzucker zu stark ab. Die Folge ist, dass wir meistens bereits zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit wieder Hunger bekommen. Wir sind gefangen in der Blutzuckerachterbahn.

Füttern wir den Körper dreimal am Tag kohlenhydratreiche Nahrungsmittel, und zwischendurch vielleicht noch kleine Snacks, ist effektive Fettmobilisation fast unmöglich.

Der Körper bekommt so, einfach nie die Gelegenheit auf die Fettreserven zuzugreifen.

 

Kohlenhydrate werden zu Fett

In der Natur wird Energie ungern verschwendet. Nimmst du also mehr Kohlenhydrate zu dir, als du gerade benötigst, dann wandelt der Körper diese einfach in Fett um. Durch ihren Effekt auf das Hormon Insulin, sind Kohlenhydrate besonders „aufbauend“. In der Landwirtschaft wird Insulin auch als Masthormon bezeichnet.

 

Die Low-Carb-Ernährung ermöglicht den Zugriff auf Körperfett

Eine Mahlzeit, die viel Fett und wenige Kohlenhydrate enthält, hat kaum Auswirkung auf die Insulinausschüttung, der Blutzucker bleibt stabil und eine stetige Energieversorgung, einerseits durch Nahrungsfette und andererseits durch mobilisiertes Körperfett ist gewährleistet. So kannst du Körperfett abbauen und den Körper definieren.

 

Weniger Hunger und länger satt

Wer bei den Kohlenhydraten spart, darf und muss auch mehr Fett essen. Warum? Fett ersetzt die Kohlenhydrate als Energieträger. Außerdem reagiert der Körper mit bestimmten Hormonen auf das Fett in der Nahrung, welche das Signal „ich bin satt“ an das Gehirn senden. Ohne Blutzuckerachterbahn, kann der Körper diese Signale wieder hören und auch rechtzeitig die eigenen Fettreserven mobilisieren. Du wirst auf einmal viel länger satt sein, mehr Energie haben und kein Mittagstief oder Heißhungerattacken erleben. Weil man bei low-carb auch immer mehr Fett essen darf, heißt diese Ernährungsform auch LCHF, die Abkürzung steht für low-carb/ high-fat.

 

Vielleicht brauchst du etwas Geduld

Der Körper ist sehr effizient und produziert nichts, was er nicht auch wirklich benötigt. Wer viele Kohlenhydrate isst, ist ein sogenannter „Zucker-Verbrenner“. Diese Zellen sind auf die Aufnahme von Zucker optimiert. Stellt man von einer kohlenhydratreichen, auf eine LCHF-Ernährung (Low Carb/High Fat) um, müssen erst die Transportwege für Fett in die Zellen vermehrt werden. Diese Umstellung dauert bei den meisten Menschen ca. 2-4 Wochen. In dieser Zeit kann man sich oft müde und erschöpft fühlen. Wie lange die Umstellungsphase dauert, ist sehr individuell und hängt von vielen Faktoren ab.

Ist der Körper gut darin geworden, Fett als seinen Hauptenergielieferanten zu verwenden, spricht man davon, dass derjenige Fett-adaptiert und zu einem „Fett-Verbrenner“ geworden ist. Im Laufe der Zeit wird der Körper immer effektiver darin, zwischen Zucker und Fett hin und her zu wechseln. Man bezeichnet das dann, als metabolische Flexibilität[2].

 

Quellen

[1] Kleine, B. Rossmanith, W. 2007. Hormone und Hormonsystem – Eine Endokrinologie für Biowissenschaftler. pp. 13-17. Springer Verlag.

[2] Feinman R.D. et al. Dietary carbohydrate restriction as the first approach in diabetes management: Critical review and evidence base (2015)  Nutrition,  31  (1) , pp. 1-13.

Bildquellen:

  • Ketogenic low carbs diet on white.: By Nadianb | © licensed via Envato
  • Shallow depth of Field image of Nutrition Facts: By aetb | © licensed via Envato

1 Kommentar zu „Warum weniger Kohlenhydrate beim Abnehmen helfen“

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